Das P.S. (Post scriptum) im Bewerbungsschreiben

Das Postscriptum (P.S.) kommt aus der Zeit handgeschriebener Briefe und ermöglichte dem Briefautor, nachträglich noch einen weiteren, wichtigen Hinweis zu geben oder Bezug zu einem aktuellen Ereignis zu nehmen, ohne den ganzen Brief neu zu schreiben. Das wäre damals in früheren Jahrhunderten für den Autor zu teuer und zeitaufwändig geworden.
Aber das P.SPS Post scriptum Bewerbungsschreiben. hat auch heute noch seine Bedeutung im Direktmarketing.

Nach der Werbebrief-Forschung mit der Augenbild-Kamera wird das P.S. in Werbeschreiben immer gelesen.

Meist enthält das P.S. den USP (unique selling proposition = einzigartiges Verkaufsversprechen) in Wiederholung, einen Sonderrabatt oder den Aufruf zu einer Handlung (= call to action).

Ähnlich dem Werbebrief werden Bewerbungsschreiben ebenfalls nur sehr kurz (im Sekundenbereich) gelesen. Insoweit kann man davon ausgehen, dass das P.S. im Bewerbungsanschreiben auch gelesen wird.

Deshalb hat das P.S. auch heute seinen Wert und seinen Platz im Bewerbungsschreiben.

P.S. (Post scriptum) mit „Nutzen für die Firma“

In dem P.S. Ihres Bewerbungsanschreibens sollte daher Ihr Hauptargument oder Ihr besonderer Nutzen für die Firma stehen, am besten bezogen auf den recherchierten, konkreten „pain point“ (Schwachstelle) der Firma.

Beispiele:

Im Rahmen des Musterbeispiels einer Stellenanzeige zum  Senior Online Manager Marketing wurde  telefonisch oder online nachfolgender „pain point“  recherchiert:

„Umsatz Stagnation in Online Bereich der Firma, vermutlich unterentwickeltes CRM oder mangelnde BIG DATA Analysen“.

Das P.S. im Anschreiben lautet dann zum Beispiel:

„Die neuen Predictive Analysen der BIG DATA (4 Wochen Implementierung) generieren gegenüber den Realtime Analysen binnen 8 Wochen je Segment 10–15 % kostenneutrales Umsatzwachstum. Nutzen Sie mein aktuelles Praxiswissen für Ihren Erfolg. Rufen Sie mich jetzt an unter …“

Oder knapper:

„Die neuen Predictive Analysen der BIG DATA generieren 10–15 % kostenneutrales Umsatzwachstum. Nutzen Sie mein aktuelles Praxiswissen jetzt für Ihren Erfolg.“

Das P.S. im Bewerbungsschreiben kann aber auch benutzt werden zur Bitte um Vertraulichkeit.

„Derzeitig befinde ich mich in Anstellung und bitte Sie daher meine Bewerbung strikt vertraulich zu behandeln.“

Das P.S. im Bewerbungsanschreiben eignet sich auch für die Angabe von 1–2 Personen als Referenzen mit Telefonnummer.
Zum Beispiel:

„Zum weiteren Nachweis erlaube ich mir meinen früheren Chef, Herrn Dr. …, Geschäftsführer bei …, als Referenz mit der Telefonnr. … zu benennen, sowie Herrn Hans …, Leiter CRM bei … als Referenz für die erfolgreiche Einführung von „Predictive Analytics“ mit der E-Mail …“

Oder das P.S. im Anschreiben kommuniziert die Bereitschaft zu telefonischen Nachfragen.
Zum Beispiel:

„Falls Sie Fragen zu meiner Bewerbung haben, stehe ich Ihnen jederzeit telefonisch auch außerhalb von Geschäftszeiten zur Verfügung. Meine Mobil-Nummer lautet: …“

In der Praxis kommen sowohl im Mittelstand, aber besonders auch bei Großunternehmen solche telefonischen Bewerberinterviews immer häufiger vor. Sie dienen der systematischen Auslese und Suche nach dem richtigen Kandidaten. Auch bei 700 Bewerbungen auf eine Traineestelle bleibt zwangsweise am Ende nur ein Kandidat mit einem Arbeitsvertrag. Aber der muss erst gefunden werden.

Anlagen zum Bewerbungsanschreiben

Unter dem P.S. folgt nur noch die Zeile mit „Anlage“ oder „Anlagen“ (bei mehreren Anlagen) ohne konkrete Benennung.

Wenn der Platz knapp ist, kann man die Anlagen im Bewerbungsschreiben auch weglassen.

Gehaltsvorstellungen und Gehaltswunsch im Anschreiben

Mögliche weitere Angaben im Bewerbungsanschreiben sind die Gehaltsvorstellungen, aber nur, wenn das Unternehmen sie explizit in der Stellenanzeige anfordert.

Verfügbarkeit im Bewerbungsanschreiben

Die Angabe Ihrer möglichen, frühesten Verfügbarkeit in dem Bewerbungsschreiben kann ebenfalls ein wichtiger Punkt für das Unternehmen sein.


CVLab - einfach bewerben


DE


Login