Sprachkenntnisse im Lebenslauf / CV

Sprachkenntnisse sind ein aussagekräftiges, entscheidendes Element in Ihrem CV bzw. Lebenslauf und dürfen dort als Angabe nicht fehlen. Gerade weil viele Unternehmen international vernetzt arbeiten, sind Sprachkenntnisse ein Kriterium, das bei Ihrer Bewerbung darüber entscheiden kann, ob Sie einen Job bekommen oder nicht. Dass in der IT-Branche, in der Wissenschaft und Forschung, in der Pharma-Branche, im Maschinenbau und der Schwerindustrie laut der Studie „We speak English“ (tuev-sued Artikel vom 31.03.2014) solide Englischkenntnisse entscheidend sind, wissen die meisten. Doch wie bewertet man eigentlich das Niveau, auf dem man selbst Englisch spricht (und schreibt)? Wenn Sie Ihren Lebenslauf bzw. Ihre Bewerbung schreiben, ist dazu eine präzise, allgemein verständliche Aussage erforderlich.

Angabe der Sprachkenntnisse im Lebenslauf/CV

Wie binden Sie Ihre Sprachkenntnisse als zusätzliches, verstärkendes Werbeargument im Wettbewerb mit der Konkurrenz um die ausgeschriebene Stelle ein? Wie nutzen Sie Ihre Fremdsprachenkenntnisse aktiv und verbessern damit Ihr Ranking in diesem Wettbewerb?

Sie führen Ihre Sprachkenntnisse in der so benannten Rubrik separat auf und bewerten sie nach Ihrer eigenen Einschätzung. Für diese Selbsteinschätzung gibt es gängige Formulierungen, hinter denen sich festgelegte Standards verbergen. Setzen Sie daher also nur diese Begrifflichkeiten ein, denn frei erfundene Bewertungen sorgen nur für Irritationen.

Sollten Sie im Rahmen Ihrer Weiterbildung Sprachkurse absolviert haben, die mit einem Abschlusszeugnis bzw. mit einem Zertifikat dokumentierbar sind, führen Sie das Zertifikat mit auf, sofern es sich um ein anerkanntes Weiterbildungsinstitut handelt, bei dem Sie dieses Zertifikat erworben haben.

Checkliste/Bewertungsskala für Ihre Sprachkenntnisse:

  • Grundkenntnisse
  • gute Kenntnisse
  • sehr gute Kenntnisse
  • fließend

Auf dem Level „fließend” können Sie sich in der Sprache problemlos verständigen.

  • verhandlungssicher

„Verhandlungssicher” ist eine Ebene höher einzuordnen als „fließend” und beinhaltet, dass Sie über komplexe Themen diskutieren können. Sie verfügen über das entsprechende Fachvokabular für eine Verhandlung. Bei dieser Niveaubeschreibung werden in der Regel Auslandserfahrungen vorausgesetzt!

  • Muttersprache

Achtung: Hierbei handelt es sich wirklich NUR um die Sprache, mit der Sie aufgewachsen sind.

Beispiel für Ihre Sprachkenntnisse in Ihrem Lebenslauf/CV:

Sprachkenntnisse
Englisch – fließend (Zertifikat der Sprachschule XYZ + Auslandsaufenthalt von M/J bis M/J in XXX mit Besuch der Universität/Praktikum/Berufstätigkeit)
Französisch – Grundkenntnisse
Spanisch – Grundkenntnisse
Deutsch – Muttersprache

Sprachkenntnisse sind also ein relevanter Faktor, der Ihre Bewerbung aufwertet und Ihrem Profil einen Mehrwert gibt. Sollten Sie bei der der Selbsteinschätzung Ihrer Sprachkenntnisse unsicher sein und zwischen zwei Levels schwanken, ist ein Englischtest hilfreich, um zu einer sicheren Selbsteinschätzung zu gelangen. Nur mit einer zutreffenden Beschreibung Ihrer Sprachkenntnisse punkten Sie in Ihrer Bewerbung. Sollten Sie leichtfertig übertreiben und ein Sprachniveau angeben, das leider nicht der Realität entspricht, kann dies leicht im (telefonischen) Job-Interview, im persönlichen Bewerbungsgespräch oder im Assessment-Center zu unangenehmen Überraschungen führen. Ein verhandlungssicheres Sprachniveau setzt voraus, dass Sie in Ihrem jeweiligen Fachbereich textsicher sind, Fachbegriffe anwenden und schriftlich wie mündlich sehr souverän in unterschiedlichen Kontexten agieren können.

Wenn Sie sehen, dass Ihre Sprachkenntnisse nach realistischer Einschätzung eher veraltet und eingeschlafen sind, frischen Sie sie schnellstmöglich auf. Fremdsprachen zu beherrschen, wird von Ihnen im Wettbewerb mit anderen Bewerber/-innen erwartet.

Der Gemeinsame Europäische Referenzrahmen (GeR)

Mit dem Gemeinsamen europäischen Referenzrahmen für Sprachen (GeR) schätzen Sie Ihre Sprachkenntnisse ein. Er wurde vom Europarat entwickelt und hat das Ziel, den Spracherwerb, die Sprachanwendung und die Sprachkompetenz von Lernenden in Europa transparent und vergleichbar zu machen. Dazu untersucht der GeR die einzelnen Qualifikationen (Leseverstehen, Hörverstehen, Schreiben und Sprechen) und formuliert sechs Kompetenzniveaus. Sie können also mit einer Einstufung Ihrer Sprachkenntnisse im GeR dokumentieren, auf welchem Niveau Sie die Sprache in Wort und Schrift beherrschen. Den GeR setzen Sie alternativ zu den sonst gebräuchlichen Formulierungen, wie „fließend“ oder „verhandlungssicher“, ein.

Die verschiedenen Niveaustufen des GeR

Die grundlegenden Level sind:

  • A: Elementare Sprachverwendung
  • B: Selbstständige Sprachverwendung
  • C: Kompetente Sprachverwendung

Diese sind nochmals in insgesamt sechs Stufen des Sprachniveaus unterteilt:

A: Elementare Sprachverwendung

A1 – Anfänger (Breakthrough)
Anfänger heißt, dass Sie vertraute, alltägliche Ausdrücke und ganz einfache Sätze verstehen und verwenden können. Sie können sich und andere vorstellen und anderen Leuten Fragen zu ihrer Person stellen und selbst auf Fragen dieser Art Antwort geben.

A2 – Grundlegende Kenntnisse (Waystage)
Auf diesem Level können Sie Sätze und häufig gebrauchte Ausdrücke verstehen, die mit Bereichen von unmittelbarer Bedeutung zusammenhängen (zum Beispiel Informationen zur Person und zur Familie, Einkaufen, Arbeit). Sie können sich in Alltagssituationen verständigen, in denen es um einen direkten Austausch von Informationen über vertraute und geläufige Dinge geht.

B: Selbstständige Sprachverwendung

B1 – Fortgeschrittene Sprachverwendung (Threshold)
Solange eine klare Standardsprache (keine regionalen Dialekte) verwendet wird, können Sie gut mithalten. Auf Reisen oder in Alltagssituationen können Sie sich einfach, aber zusammenhängend über vertraute Themen und persönliche Interessengebiete unterhalten. Sie können Ihre Ereignisse, Ziele, Wünsche und Pläne formulieren und dazu auch Erklärungen/Begründungen nennen.

B2 – Selbstständige Sprachverwendung (Vantage)
Auf diesem Level können Sie die Hauptinhalte komplexer Texte zu konkreten und abstrakten Themen verstehen und auch bei Fachdiskussionen in Ihrem Spezialfeld bzw. in Ihrer Branche mithalten. Ohne größere Anstrengungen können Sie sich mit Muttersprachlern gut verständigen. Ihr Vokabular lässt es zu, dass Sie zu einem breiten Themenspektrum detailliert Ausdrücke finden, Sachverhalten schildern, Standpunkte erläutern, Vor- und Nachteile nennen können.

C: Kompetente Sprachverwendung

C1 – Fachkundige Sprachkenntnisse (Effective Operational Proficiency)
Hier sind Sie in der Lage, ein breites Spektrum anspruchsvoller, längerer Texte zu verstehen und auch implizite Bedeutungen zu erfassen. Sie können sich so fließend ausdrücken, dass Sie nicht mehr allzu oft deutlich erkennbar nach Worten suchen müssen. Sie gebrauchen die Sprache flexibel in beruflichen Situationen oder im Studium.

C2 – Annähernd muttersprachliche Kenntnisse (Mastery)
Nun können Sie praktisch alles, was Sie lesen oder hören, mühelos verstehen und Informationen aus verschiedenen schriftlichen und mündlichen Quellen zusammenfassen und dabei Begründungen und Erklärungen in einer zusammenhängenden Darstellung wiedergeben. Sie sprechen jetzt spontan, flüssig und können auch feine Bedeutungsnuancen darstellen.

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Susann Damati

Über ein Studium der Geschichte und Englischen Literatur in Düsseldorf sowie anschließend weitere berufliche Etappen führte mich der Weg zu der Verlag Dashöfer GmbH in Hamburg, einem Wirtschaftsfachverlag.

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